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„Solange noch Spike in meinem Körper ist, kann ich nicht gesund werden.“

vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit

diesen Satz hören wir immer wieder und wir erleben, wie viel Angst er auslösen kann.

 

Eine aktuelle Studie aus 2026 liefert dazu wichtige neue Daten.

 

Was wurde untersucht?

Die Forschenden begleiteten 425 Menschen über zwei Jahre:

 

·       167 mit Long COVID

·       148 nach COVID vollständig Genesene

·       110 nicht infizierte Kontrollpersonen

 

Im Blut wurden verschiedene SARS-CoV-2-Bestandteile gemessen, darunter Spike, S1 (Teil des Spike Proteins) und Nukleokapsid.

 

Das überraschende Ergebnis: 6–12 Monate nach der Infektion waren bei 31 % der Menschen mit Long COVID noch Virusantigene nachweisbar. Aber auch bei 20 % der vollständig Genesenen.

 

Temperaturmessung
Temperaturmessung

Das ist wichtig:Ein nachweisbarer Virusbestandteil bedeutet nicht automatisch, dass er die Beschwerden verursacht. Nach 18–24 Monaten waren nur noch bei 3,5 % der Long-COVID-Gruppe Antigene im Plasma nachweisbar, obwohl Long COVID bei diesen Menschen weiterhin bestand.

 

Noch wichtiger:

Die Forschenden fanden keinen Zusammenhang zwischen dem Antigennachweis und Anzahl oder Art der Beschwerden.

Die Studie spricht damit gegen die vereinfachte Vorstellung:

„Solange ich noch Spike im Körper habe, kann ich nicht gesund werden.“

Eine solche Schlussfolgerung lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.

 

Die Autoren der Studie gehen sogar noch einen Schritt weiter:

Nach ihrer Einschätzung sollten SARS-CoV-2-Antigene derzeit nicht als Grundlage dafür dienen, den Verlauf von Long COVID zu beurteilen oder eine Behandlung danach auszurichten.

Das ist eine bemerkenswert klare Aussage.

 

Warum uns das wichtig ist.

Gerade bei Long COVID können einzelne Laborbefunde viel Angst auslösen.

Auch Menschen mit Beschwerden nach einer COVID-19-Impfung beschäftigen häufig ähnliche Fragen. Diese Patientengruppe wurde in der hier vorgestellten Studie jedoch nicht gesondert untersucht.

 

Nachweis ist nicht gleich Ursache.

 

Und gerade bei Long COVID sprechen viele Forschungsergebnisse dafür, dass wir nicht nur nach dem einen Auslöser suchen sollten, sondern verstehen müssen, wie Immun-, Nerven-, Stoffwechsel-, Gefäß- und Regulationssysteme miteinander interagieren.

 

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Studie:

Wir dürfen biologische Veränderungen ernst nehmen, ohne aus jedem Befund eine neue Bedrohung zu machen.

 

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