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Was können ME/CFS, Long COVID, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis und PTSD biologisch gemeinsam haben?

vor 6 Tagen
1 Min. Lesezeit

Eine aktuelle Studie im Journal of Translational Medicine untersucht genau diese Frage und kommt zu einem interessanten Ergebnis.

Auf Ebene einzelner krankheitsassoziierter Gene fanden die Forschenden zwischen diesen sehr unterschiedlichen Erkrankungen nur begrenzte Überschneidungen.


Auf einer übergeordneten Netzwerkebene zeigten sich jedoch gemeinsame biologische Regulationsmuster, unter anderem bei:


  • Immun- und Zytokin-Signalwegen

  • ME/CFSInterferonantworten und T-Zell-Regulation

  • mitochondrialen Funktionen und Energiestoffwechsel

  • metabolischer Regulation

  • mTOR-Signalwegen

  • neuroendokriner Stressregulation


Das bedeutet nicht, dass ME/CFS, Long COVID, PTSD, rheumatoide Arthritis und Multiple Sklerose dieselbe Erkrankung sind oder dieselbe Ursache haben.

Für mich ist vielmehr die systembiologische Perspektive interessant:


Sehr unterschiedliche Erkrankungen können offenbar unterschiedliche molekulare Signaturen besitzen und dennoch teilweise auf dieselben übergeordneten biologischen Regulationsnetzwerke treffen.


Zusammenfassung Studie
Zusammenfassung Studie

Und hier sehe ich eine interessante Verbindung zur Cell Danger Response

Die Cell Danger Response (CDR) nach Prof. Robert Naviaux (wissenschaftlicher Advisor zur CDR bei Safety Retreat) beschreibt einen evolutionär konservierten zellulären Reaktionszustand auf unterschiedliche Formen von Gefahr oder Belastung.

Dabei geht es nicht um einen einzelnen Defekt. Im Mittelpunkt steht vielmehr eine koordinierte Veränderung miteinander verbundener Systeme – unter anderem mitochondrialer Stoffwechsel, Immunantwort, Zellkommunikation und Stressadaptation.


Genau deshalb finde ich die neue Studie wertvoll:

Sie untersucht die CDR nicht und kann sie deshalb auch nicht bestätigen.

Aber die beobachteten gemeinsamen Regulationsmuster von Immunregulation, mitochondrialen und metabolischen Prozessen sowie Stressregulation weisen in eine ähnliche systembiologische Denkrichtung.


Gerade bei ME/CFS und Long COVID könnte diese Netzwerkperspektive für die weitere Forschung interessant sein.


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