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Neue Analyse von 75 Genesungsgeschichten bei ME/CFS und Long COVID


Forscherinnen

Dr. Sarah Cefai von der Goldsmiths University of London hat 75 ausführliche YouTube-Interviews mit Menschen ausgewertet, die von einer vollständigen oder weitgehenden Genesung nach ME/CFS, Long COVID oder verwandten Erkrankungen berichten. Es handelt sich dabei um eine qualitative Analyse von Erfahrungsberichten – nicht um eine klinische Therapiestudie.

 

Besonders interessant fanden wir die wiederkehrenden Muster, die sich über die verschiedenen Geschichten hinweg gezeigt haben:

  • Die Berichte ähneln sich in vielen zentralen Punkten. Die Forscherin beschreibt, dass sich trotz individueller Unterschiede gemeinsame Themen und Wendepunkte erkennen lassen.

  • Viele Betroffene schildern, dass der Moment, in dem sie wieder an Veränderung glaubten, ein wichtiger Wendepunkt ihres Weges war. Hoffnung und die Überzeugung, dass Verbesserung möglich ist, werden häufig als bedeutsam beschrieben.

  • 95 % der analysierten Personen berichten, dass ein neues Verständnis ihrer Symptome -  häufig unter Einbeziehung von Nervensystem, Neuroplastizität und Mind-Body-Konzepten - für sie eine wichtige Rolle spielte.

  • 84 % erwähnen die Regulation des Nervensystems als wichtigen Bestandteil ihres persönlichen Genesungswegs.

  • Viele erzählen außerdem von persönlicher Veränderung: mehr Selbstfürsorge, bessere Grenzen und ein anderer Umgang mit Stress und den eigenen Bedürfnissen.

  • Gleichzeitig berichten viele Teilnehmende von belastenden Erfahrungen im Gesundheitssystem. Rund 63 % schildern Gespräche, in denen ihnen vermittelt wurde, dass eine Besserung nicht möglich sei. Die Autorin diskutiert, welche negativen Auswirkungen solche Botschaften auf Hoffnung und Motivation haben können.

     

Der Bericht macht deutlich, dass es sich lohnt, die Erfahrungen von Menschen, die eine deutliche Besserung oder Genesung erlebt haben, wissenschaftlich ernst zu nehmen und systematisch zu untersuchen. Genau das fordert die Autorin auch für zukünftige Forschung.

 

Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Thema zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhält. Denn unabhängig davon, welchen individuellen Weg jeder Mensch geht, können Erfahrungen von Betroffenen wertvolle Hinweise für zukünftige Forschung liefern.

 

Wer die Executive Summary selbst lesen möchte, findet sie hier:

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