Eine aktuelle Studie liefert spannende Einblicke in die Biologie von Long COVID und ME/CFS und bestätigt das Cell Danger Response Modell
- Rolf Metzner
- vor 1 Tag
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Mithilfe moderner Multi-Omics-Analysen – also der gleichzeitigen Untersuchung von Genen, Proteinen und Stoffwechsel – fanden Forschende (Ohio University, Drexel University, University of Cambridge, Guarnieri Research Group LLC, North Carolina State University) immer wieder ähnliche Muster:
Die Energieproduktion der Mitochondrien ist vermindert.
Mitochondriale Stressprogramme bleiben aktiviert.
Entzündungs- und Immunprozesse sind weiterhin verändert.
Besonders ausgeprägt sind diese Veränderungen in der Skelettmuskulatur – passend zu Fatigue und Belastungsintoleranz.
Die Biologie scheint zustandsabhängig zu sein. Das bedeutet, dass sich die beobachteten Veränderungen je nach Zustand des Organismus unterscheiden können.

Für uns ist das keine völlig neue Idee.
Seit 2014 beschreibt Prof. Robert Naviaux mit der Cell Danger Response (CDR) als wissenschaftliches Modell, dass Zellen bei einer Bedrohung in einen Schutzmodus wechseln können. In diesem Zustand werden Energieverbrauch, Stoffwechsel und Kommunikation verändert, damit der Organismus überleben kann.
Die Multi-Omics-Studie untersucht nicht direkt die Cell Danger Response. Dennoch beschreibt sie biologische Veränderungen, die aus unserer Sicht gut zu diesem Modell passen. Sie findet viele der gleichen biologischen Veränderungen – nur mit einer anderen wissenschaftlichen Sprache.
Man könnte sagen: Mehrere Forschungsgruppen betrachten denselben Elefanten – nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die einen sprechen über Mitochondrien, andere über Immunreaktionen, wieder andere über Stoffwechsel oder Multi-Omics. Das gemeinsame Muster ist jedoch ähnlich: Der Organismus befindet sich in einem veränderten biologischen Zustand: Diese Ergebnisse sind aus unserer Sicht mit dem Cell-Danger-Response-Modell vereinbar.
Warum das Hoffnung macht
Wenn wir Krankheit als einen Zustand verstehen und nicht als einen unveränderlichen Defekt, eröffnet das eine wichtige Perspektive. Das bedeutet nicht, dass Veränderung einfach ist oder bei jedem Menschen gleich verläuft. Aber es bedeutet, dass die Forschung zunehmend zeigt: Die Veränderungen bei Long COVID und ME/CFS sind dynamische biologische Prozesse – keine zwangsläufig dauerhaften Schäden.
Genau deshalb beschäftigen wir uns bei Safety Retreat damit, wie der Körper schrittweise wieder mehr Sicherheit und Regulation finden kann.
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