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Long Covid verstehen – Symptome, Ursache

Was ist Long Covid?

Als Long Covid bezeichnet man Beschwerden, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus länger bestehen bleiben oder neu auftreten. Typischerweise halten die Symptome mehr als vier Wochen nach der akuten Infektion an. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Häufig berichten Betroffene über anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme („Brain Fog“), Atembeschwerden, Kreislaufprobleme, Schmerzen oder Schlafstörungen. Bei manchen Menschen verschwinden die Symptome nach einiger Zeit wieder, bei anderen können sie länger bestehen bleiben. Long Covid betrifft mehrere Körpersysteme gleichzeitig, unter anderem das Nervensystem, das Immunsystem und den Energiestoffwechsel. Deshalb sprechen Fachleute häufig von einer multisystemischen Erkrankung. Wichtig ist auch die begriffliche Unterscheidung: Von Long Covid spricht man in der Regel, wenn Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion anhalten. Bestehen die Symptome länger als drei Monate, wird häufig der Begriff Post-Covid-Syndrom verwendet. In manchen Fällen können die Beschwerden auch Kriterien einer Erkrankung wie ME/CFS erfüllen, insbesondere wenn es zu einer belastungsabhängigen Verschlechterung der Symptome kommt.

Was sind typische Symptome von Long Covid

Zu den häufigsten Beschwerden gehören: starke körperliche und geistige Erschöpfung, Post-Exertional Malaise (Verschlechterung nach Belastung), Konzentrationsprobleme („Brain Fog“) nicht erholsamer Schlaf Kreislaufprobleme beim Aufstehen Muskel- und Gelenkschmerzen erhöhte Reizempfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen Die Ausprägung kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.

Warum verschlechtert sich Long Covid nach Belastung?

Ein zentrales Merkmal von Long Covid - ME/CFS die sogenannte Post-Exertional Malaise (PEM). Dabei verschlechtern sich Symptome oft Stunden oder Tage nach körperlicher oder geistiger Belastung deutlich. Selbst Aktivitäten des Alltags können dann zu einer starken Verschlechterung führen. Warum dieser Effekt entsteht, wird aktuell intensiv erforscht. Studien deuten darauf hin, dass Veränderungen im Nervensystem, im Immunsystem und im Energiestoffwechsel der Zellen eine Rolle spielen könnten.

Was sind mögliche biologische Zusammenhänge?

Long Covid - ME/CFS wird heute als Multisystemerkrankung verstanden. In der Forschung werden unter anderem Veränderungen untersucht in: der Regulation des Nervensystems, der Funktion des Immunsystems, der Energieproduktion in den Zellen, der Kommunikation zwischen verschiedenen Körpersystemen Diese komplexen Zusammenhänge sind Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Forschung.

Wie wird Long Covid diagnostiziert?

Es gibt derzeit keinen einzelnen Test, mit dem Long Covid eindeutig nachgewiesen werden kann. Die Diagnose wird deshalb vor allem auf Grundlage der Krankengeschichte, der typischen Beschwerden und einer ärztlichen Untersuchung gestellt. Wichtig ist zunächst der Zusammenhang mit einer früheren Covid-19-Infektion. Wenn Beschwerden nach einer Infektion auftreten oder länger bestehen bleiben, kann der Verdacht auf Long Covid entstehen. Ärztinnen und Ärzte führen in der Regel verschiedene Untersuchungen durch, zum Beispiel Blutuntersuchungen, Herz-, Lungen- oder Kreislaufdiagnostik, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen. Erst wenn andere Erkrankungen nicht die Beschwerden erklären, kann die Diagnose Long Covid gestellt werden. Bestehen die Beschwerden länger als vier Wochen, spricht man häufig von Long Covid. Halten die Symptome länger als drei Monate an und lassen sich nicht durch andere Erkrankungen erklären, wird meist vom Post-Covid-Syndrom gesprochen. Da Long Covid unterschiedliche Körpersysteme betreffen kann, ist die Diagnostik oft interdisziplinär, also mit verschiedenen Fachrichtungen.

Was ist Pacing?

Pacing ist eine Strategie zum Energiemanagement bei Erkrankungen wie ME/CFS oder Long Covid. Dabei lernen Betroffene, ihre vorhandene Energie bewusst einzuteilen und körperliche, geistige und emotionale Belastungen so zu steuern, dass Überlastung vermieden wird. Ziel ist es, innerhalb der eigenen Belastungsgrenze zu bleiben und sogenannte „Crashs“ oder Verschlechterungen der Symptome möglichst zu verhindern.

Ist Long Covid eine psychische Erkrankung?

Nein. Long Covid - ME/CFS ist eine körperliche, multisystemische Erkrankung. Das bedeutet, dass mehrere Systeme des Körpers gleichzeitig betroffen sind – unter anderem das Nervensystem, das Immunsystem, der Energiestoffwechsel und häufig auch das Herz-Kreislauf-System. Dass die Erkrankung früher manchmal als psychisch eingeordnet wurde, liegt vor allem daran, dass viele der biologischen Mechanismen lange Zeit noch nicht ausreichend verstanden waren. Inzwischen zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass bei ME/CFS messbare Veränderungen in verschiedenen Körpersystemen auftreten. ME/CFS ist daher keine psychische Erkrankung, sondern eine komplexe körperliche Krankheit, bei der mehrere biologische Systeme beteiligt sind.

Kann man von Long Covid wieder gesund werden?

Der Verlauf von Long Covid kann sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen erleben über die Zeit deutliche Verbesserungen ihrer Belastbarkeit, bei anderen bleibt die Erkrankung länger bestehen oder verläuft in Phasen. In der wissenschaftlichen Literatur und auch in persönlichen Berichten von Betroffenen gibt es Genesungs- und deutliche Verbesserungs­geschichten. Gleichzeitig gibt es bislang keine Therapie, die bei allen Betroffenen zuverlässig zu einer Heilung führt. Deshalb gilt Long Covid und ME/CFS derzeit als eine komplexe Erkrankung, deren Verlauf individuell sehr unterschiedlich sein kann. Viele Betroffene berichten jedoch, dass ein besseres Verständnis der Erkrankung, angepasstes Energiemanagement und eine schrittweise Stabilisierung des Körpers helfen können, die Belastbarkeit wieder zu verbessern. Auch wenn der Weg oft Zeit braucht und bei jedem Menschen anders verläuft, zeigen viele Erfahrungen: Der Körper kann sich verändern und Anpassungsprozesse sind möglich. Hoffnung und realistische Unterstützung sind deshalb wichtige Faktoren auf dem Weg der Stabilisierung.

Ist Long Covid eine Autoimmunerkrankung?

Long Covid wird derzeit nicht eindeutig als klassische Autoimmunerkrankung eingeordnet. Es handelt sich vielmehr um eine multisystemische körperliche Erkrankung, bei der mehrere Bereiche des Körpers beteiligt sind – unter anderem das Nervensystem, das Immunsystem, der Energiestoffwechsel und häufig auch das Herz-Kreislauf-System. In einigen Studien wurden bei einem Teil der Betroffenen Autoantikörper gefunden, zum Beispiel gegen bestimmte Rezeptoren des Nervensystems. Das hat dazu geführt, dass manche Forschende diskutieren, ob autoimmunähnliche Mechanismen eine Rolle spielen könnten. Bis heute gibt es jedoch keine einheitliche wissenschaftliche Einordnung, die Long Covid eindeutig als Autoimmunerkrankung definiert.

Kann man Long Covid im Blut feststellen?

Aktuell gibt es keinen einzelnen Bluttest, mit dem Long Covid eindeutig nachgewiesen werden kann. Die Diagnose wird deshalb vor allem anhand der typischen Symptome und internationaler Diagnosekriterien gestellt, zum Beispiel der Kanadischen Konsenskriterien (CCC) oder der Internationalen Konsenskriterien (ICC). Blutuntersuchungen spielen dennoch eine wichtige Rolle. Sie werden vor allem genutzt, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können, etwa Schilddrüsenerkrankungen, Entzündungen, Mangelzustände oder andere internistische Erkrankungen. In der Forschung werden zunehmend biologische Veränderungen bei ME/CFS untersucht, zum Beispiel im Immunsystem, im Energiestoffwechsel oder bei bestimmten Botenstoffen. Diese Ergebnisse zeigen, dass bei Long Covid messbare körperliche Veränderungen auftreten können. Allerdings gibt es bisher noch keinen standardisierten Labortest, der routinemäßig zur Diagnose verwendet wird.

Gibt es ein Medikament gegen Long Covid?

Derzeit gibt es kein zugelassenes Medikament, das Long covid gezielt heilen oder die Ursache der Erkrankung beseitigen kann. Die Behandlung konzentriert sich deshalb vor allem darauf, Symptome zu lindern und den Alltag besser zu stabilisieren.

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